10 Dinge die ich nie sagen würde

10 Dinge die ich nie mehr sagen würde

1. Ich befolgte nur Befehle.
Niemals werde ich diese Ausrede gebrauchen, denn wenn ich Befehle ausführe, die in irgendeiner Weise gegen meine Überzeugung verstoßen, kann man mir auch direkt in den Kopf schießen. Denn das hat mich meine Vergangenheit gelehrt, das Einzige, das immer bleibt, ist dein wahres Ich. Du kannst es nicht bedubbeln, irgendwann seid ihr beide alleine und dann wird abgerechnet.
Ein weiser Mann sagte einmal zu mir: „Du kannst tun was du willst, doch du musst die Konsequenzen tragen können.“
Kann ich mein Tun vor mir selbst rechtfertigen, dazu stehen und sagen, ich habe aus Überzeugung gehandelt? Oder braucht es eine Ausrede, um mein Gewissen zu beruhigen oder mein Tun zu verharmlosen?
Nicht mit mir.

2. Blut ist dicker als Wasser.
Physikalisch, chemisch, mathematisch, meinetwegen auch grammatikalisch, mag das stimmen. Doch auch hier lehrte mich die Erfahrung, Wasser löscht meinen Durst, doch Blut nährt mich leider in keiner Weise.

3. X, Y, und sogar Z haben das auch gemacht, da sagt niemand was und deshalb mach ich das nun auch genau so.
X Y und sogar Z sind komplette Vollidioten, warum soll ich also so oder ähnlich handeln? Selbst wenn es Menschen sind, die ich eigentlich bewundere, rechtfertige ich weder mein, noch ihr Handeln. Nicht mehr in meinem Alter.
Außerdem kann ich mir nicht nur eine Sache rauspicken, in der ich mich vergleiche, das gehört dann auf allen Ebenen verglichen. Bin ich denn ansonsten auch so engagiert und eine gute Mutter? Äh, ich bin gar keine Mutter, keine Ehefrau, ich engagier mich nirgends und auch sonst hab ich nichts mit der Person gemein, als die Marke meiner künstlichen Haarfarbe?
Da mach ich mich doch nicht zum Deppen der ich nicht bin, mir reichen doch die Fehler, die ich mit meinen bescheidenen Möglichkeiten mache, völlig aus.

4. Ich habe keinen Durst
Ich bin ein Walfisch. Ich kann dir übber Tag locker 3-4 Liter wegtrinken. Tee, Fritz Cola, Wasser leider nicht so gerne.

5. Ich weiss nicht wo die Toiletten sind
Natürlich weiss ich immer wo die Toiletten sind, weil ich da immer hin muss,  das versteht sich also von selbst.

6. Ja, nimm dir von meinem Teller was immer du möchtest
Versteht mich nicht falsch, ich gebe gerne den ganzen Teller aber nicht diese 1!Zuckerschote und diese eine Rosmarinkartoffel, weil die eben zu meiner Komposition gehören und mir dann etwas auf der Gabel fehlt und das geht überhaupt gar nicht, denn ich bin ein Essensmonk. Der Kerl würde dir, mit weit aufgerissenen Augen, unbedingt davon abraten dich über diese ungeschriebene Regel hinwegzusetzen
Allein die Vorstellung regt mich auf und erhöht die Frequenz meines Herzschlags rapide.
Es kommt daraus resultierend auch mal vor, dass etwas auf dem Teller liegen bleibt. Immer.

7. Ich habe keine Musikwünsche
Vorab, ich bin ein Musiknazi. Also ich hab nichts gegen bestimmte Musikrichtungen, verurteile nicht grundsätzlich Schlager oder elektronische Musik oder so… Im Gegenteil, wenn sie gut ist, im Sinne von, da versteht jemand sein Handwerk, bin ich offen für alles. Mit Ausnahme von Pur oder Helene Fischer oder Guns n Roses oder Scooter oder Halloween oder…
Ihr seht ich bin unglaublich tolerant, auf so vielen Ebenen. Bei Musik. Nicht.

8. Nein Danke, ich tanze nicht.
Doch, doch. Ich bin eine Tänzerin und zwar eine von denen, die trotzdem Geld zum saufen ausgeben. Ich kann auf alles tanzen, mein Körper ist mein Indikator, sobald er zuckt, gebe ich nach, außer bei Helene Fischer, da kommt mir mein Stolz in die Quere, da zuckt es nur kurz im Brechzentrum. Ansonsten tanze ich aber auch nüchtern, am hellichten Tag un midde of de Gass, wenn aus einem Autoradio die richtigen Klänge ertönen. Mir doch egal, denn ich mach das ja für mich und nicht für Helene Fischer.

9. Ich bin nicht nachtragend.
Früher konnte man mich echt mies behandeln, ich war da nicht so. Nach nem Jahr Funkstille, Lug, Trug, Manipulation, Illoyalität zu mir kommen und mich anlächeln, das reichte völlig aus um von mir mit offenen Armen empfangen zu werden. Als Begründung genügte mir: „Aber das ist doch xyz, er, sie, es hat es sicher nicht so gemeint und überhaupt bin ich ja nicht so. Ich bin doch nicht soo. Sooo bin ich nicht.
Man konnte mir hinter meinem Rücken eine lange Nase drehen und ich fand es irgendwie gar nicht mal so schlimm.“ Denn ich bin ja nicht so.

Wie bin ich nicht? Nicht zu respektieren, bissje dämlich und ja nur die oberflächliche Alex mit der man gut feiern kann? Mit der man sich schmücken kann aber nicht muss aber auf keinen Fall Schwierigkeiten zu befürchten hat, da sie keine Ansprüche stellt. Es hat dich sicher etwas entsetzt zu merken, das dem nicht so ist? Ich nicht aus Dummheit, sondern aus Überzeugung, vermeintlichen Vertrauten ihr Verhalten nie vorhielt, ich nicht einfältig bin und war, sondern tatsächlich nur loyal, gegenüber anderer, ausschließlich.
Nie habe ich die Grundfesten überprüft auf denen eine Freundschaft basiert, sie waren da, sie waren wichtig. Heute wünschte ich, ich hätte die Grundlagen immer neu hinterfragt, angepasst und mich mehr der tatsächlichen Freundschaft und Liebe hingegeben.
Entschuldigung an dieser Stelle für falsch gesetzte Prioritäten, das war ganz, ganz schlechter Rockn Roll!

Nu ist das aber ja alles viele Jahre her und heute habe ich diese Gabe entwickelt, Lächeln in Rotze zu verwandeln. Das ist ganz großartig, mein Körper reguliert das quasi selbst und wenn er merkt, da zieht jemand immer noch und immer wieder dieselbe armseelige Show ab, setz ich ihm, ihr oder….
Also off good Kowelenzer Deutsch:“ Ich setz demm n Gelinger medde en die Fress erenn, der dreckije Hur.“

10. Ich schreib gerade, schnell noch diesen Blogpost.
Ich? Schon lange nicht mehr.
Mir erscheint jeder Post zu lapidar, schon mal dagewesen oder einfach überflüssig. Setze ich mich also mit dem festen Ziel hin, einen Blogpost über die Eichhörnchen und Vögel im Waldhaus zu schreiben, denke ich irgendwann… äääh Eichhörnchen?
Bääm! Nicht!

eichhörnchen im Garten

So kommen auf einen Eichhörnchen Post, 3 andere, ebenfalls nicht veröffentlichte, darunter auch dieser Beitrag. Der is jetzt auch nicht mehr Bääm als Eichhörnchen und ich hab nicht mal n Foddo, doch irgendwo muss ich ja mal anfangen. Es gibt einfach zu viele A-Soziale Medien, Instagram, Pinterest, Facebook, Twitter und 127 andere die ich gar nicht aussprechen kann, da braucht doch kein Mensch noch meine Eichhörnchen oder mein düsteres Weihnachten. Wir müllen das Netz so zu, mit der wiederholenden Wiederholung, das ist ein unüberschaubarer, ökologischer Wahnsinn und auch sonst ein bisschen Irre. Sagts und schreibt…

Dieses Weihnachten hab ich gar nicht erst weitergemacht, die Kartons nicht ausgepackt, da ich im Marokko- und Katzenmodus bin. Nee, in Wirklichkeit bin ich nur im Katzenmodus, denn hier zieht im neuen Jahr wieder eine klitzekleine gutschigutschi Katze ein. Da wirkt der Urlaub dazwischen fast schon störend, da ich meine Freude nicht chronologisch ordnen kann und sogar die Küchenmaschine darin Platz beansprucht.
Und dann, wenn sie da ist, ma ehrlich, braucht Instagram denn noch ne gutschigutschi Katze an Interieur, zumal die Besitzerin ja nicht ganz so gutschigitschi ist, wie der Instagirldurchschnitt? Andererseits is unsere kleine Holle am allerallergutschisten von allen und gleicht dahingehend sämtliche Defizite aus, aber is eh klar.

Apropos Instagram, ich würd ja mein Handy och mal in die Wüste oder in nen Sack mit Gewürzen halten und ne crazy Instastory in Marokko machen, wenn ich wüsst wie dat geht und ob es überhaupt jemanden interessiert. Sollte also noch jemand von der „alten Garde“ hier mitlesen und mir das erklären, als wäre ich 4 Jahre alt, gern. Danke.

Alex, Südengland

Und sonst? Ja sonst geht es mir wirklich sehr gut, gesundheitlich nicht immer, doch in mir drin und um mich rum is alles ganz wunderbar, inklusive der Erkenntnis, dass es für Zufriedenheit nichts und niemanden braucht als gutes Auskommen mit sich selbst.

Ich wünsche euch ein gutes Auskommen, mit Euch, stellt euch den Konsequenzen, stellt euch die richtigen Fragen und stellt in Frage. Lasst euch nichts vom Teller klauen, trinkt genug und nicht zu viel und vor allem Tanzt. Tanzt!

Habt ihr verstanden?
Das Hippiemädchen fragt am lautesten.

Bildinfo: Das Foto, „Die alte Frau und das Meer“ ist schon etwas älter und wurde in Südengland, ohne mein Wissen aufgenommen.
Doch ich erinnere mich noch ganz genau an diesen kleinen erschöpften Moment; die Dankbarkeit die ich verspürte, weil meine Beine mich endlich wieder zuverlässig trugen und die Erkenntnis, mir gerade völlig zu genügen.
Deshalb.